Fahrrad fahren

Draußen ist es nass, kalt und windig. Ich will gleich zu einem Seminar, dass in einem Vorort stattfindet. Natürlich fahre ich mit dem Rad. Natürlich. Ich besitze eine Regenjacke, eine Regenhose, die obligatorische Wollunterwäsche, Goretex Schuhe, eine Wind dichte nicht-weg-fliegende Mütze, regendichte Fahrradtaschen und einen Wasserfesten Rucksack. Ich bin hervorragend ausgerüstet und weiß, ich werde trockenen Fußes ankommen. Und doch spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, die S-Bahn zu nehmen.
Ich fahre nicht gern mit den Öffentlichen. Mich nach Fahrplänen zu richten fällt mir schwer und innerhalb Dortmunds bin ich überall wo ich hin muss in max. 20 Minuten auch mit dem Rad. Aber dieses Sauwetter da draußen lädt nun wirklich nicht zu Radeln ein.
Ich habe jetzt also drei bis vier Monate vor mir, in denen ich immer wieder so schwere Entscheidungen fällen muss. Die große Freiheit auf dem Rad oder Wärme und Trockenheit im Takt.
Ein Chat mit einem Bekannten der in Kanada lebt, rückt meine Weltsicht wieder in geordnete Verhältnisse: “alles über minus 15 geht problemlos klar” schreibt er. Na klar, wenn man auch mal -30 Grad im Winter hat ist so ein bisschen Regen und Wind nicht weiter bemerkenswert. Ab jetzt denke ich an Kanada, wenn mir das Wetter mal wieder ungemütlich erscheint und trete in die Pedale.

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